Aus der Geschichte des Kaffees

Aus der Geschichte des Kaffees 

Der Kaffeebaum, zur Familie der Rubiaceen und der Gattung „Coffea“ gehörig, existiert schon seit der Frühzeit. Als seine Heimat werden die Landschaften Kaffa in Äthiopien, aber auch Jemen angegeben. Schriftliche Auszeichnungen über die Urgeschichte des Kaffees sind spärlich. Vermutlich waren es mohammedanische Pilger, welche die Pflanze und das Wissen um die Kaffeezubereitung aus Äthiopien nach Arabien brachten.

Die Ausbreitung des Kaffees und die des Islams sind eng miteinander verbunden. Um 1300 brachte Sultan Osman I. durch seine Kriegszüge den Kaffee in den südlichen Teil Europas, nach Nordafrika und nach Südasien. Die Türken wandelten die arabische Bezeichnung „qawah“ in „ka
hweh“ um. Aus diesem Wort entstand dann die Bezeichnung „Kaffee“ (coffee, café) in allen Weltsprachen.

Im 15. Jahrhundert gab es bereits Kaffeehäuser in Mekka. Von dem arabischen Schriftsteller Schiab-al-din stammen die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Kaffee. Auch die erste Auseinandersetzung religiös-politischer Art über die Nützlichkeit bzw. Schädlichkeit des Kaffeetrinkens fand 1511 in Mekka statt und endete mit einer Niederlage der „Kaffeegegner“.

1554 wurde unter der Herrschaft des Sultans Suleiman II. in Konstantinopel das erste Kaffeehaus auf europäischem Boden eröffnet. 1583 bereiste der Augsburger Arzt Leonhart Rauwolf den Vorderen Orient und berichtete in seiner Reisebeschreibung über Kaffee, den er in Syrien (Aleppo) kennengelernt hatte. Neun Jahre später lieferte der Arzt und Botaniker Prosper Alpinus nach einer Ägyptenreise eine detaillierte Beschreibung der Kaffeepflanze.

1595 gab es möglicherweise bereits Kaff
eesamen in Holland, die aber eher als Kuriosum betrachtet wurden.

1615 kam der Kaffee nach Venedig. Der Ausbreitung der Kaffeehäuser – die aber nur Begüterten zugänglich waren – stand nun nichts mehr im Wege. Die wichtigsten Städte, in denen in den folgenden Jahren Kaffeehäuser eröffnet wurden, sind:

Venedig (1625 oder 1645), London (1652), Marseille (1659), Den Haag und Amsterdam (1663), New York (1668), Paris (1672 oder 1675), Hamburg (1677 oder 1679), Wien (1683), Leipzig (1694), Stuttgart (1712) und Berlin (1721).

In Arabien wurde versucht, den Kaffeehandel als Monopol zu behalten. Vor allem die Ausfuhr von Kaffeepflanzen war streng verboten. So tauchten die ersten Kaffeepflanzen erst um etwa 1600 außerhalb Arabiens auf. Holländer und Portugiesen schmuggelten Kaffeesträucher nach Ceylon und pflanzten sie dort an.

Um etwa die gleiche Zeit wurden Kaffeesamen durch einen mohammedanischen Pilger nach Indien (Malabar) gebracht. Von dort gelangten Pflanzen durch Hendrik Zwaardekroon nach Java und durch den Gouverneur van Hoorn 1706 an den Amsterdamer Bürgermeister Nicolaas Witsen.

Eine dieser Pflanzen erhielt 1714 der französische König Ludwig XIV als Geschenk. Ableger davon wurden dann auf der Insel Martinique (1720) und in weiterer Folge auf Santo Domingo, Guadeloupe und den übrigen karibischen Inseln kultiviert.

Von Franzosen importierte Pflanzen waren es auch, mit denen die Kaffeeplantagen auf Jamaika (1732), in Mexiko (1784) un auf den Philippinen angelegt wurden. Jedenfalls war Frankreich dank seiner Kolonien um 1740 der größte Kaffeelieferant der Welt und übertraf die ersten Kaffeeproduzenten – die Holländer – bei weitem. Der Kaffeeanbau in Brasilien begann mit Pflanzen, die 1727 aus Neuguinea und Sumatra ins Land gebracht wurden.

Von nun an wurde der Kaffeestrauch überall dort kultiviert, wo es die klimatischen Verhältnisse und die Bodenbeschaffenheit gestatteten – und Kaffee wurde zu einem Artikel von weltwirtschaftlicher Bedeutung.

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