Kaffee und Medizin

Der Hauptanteil der im Kaffee vorhandenen wasserlöslichen Substanzen ist neben zahlreichen anderen, das Aroma bestimmenden Stoffen und organische Säuren, das Koffein. Koffein ist aber nicht nur im Samen des Kaffeebaums, sondern auch in den Blättern des Teestrauchs und in der Cola-Nuss zu finden. Angriffspunkte der Wirkung des Koffeins beim Menschen sind das Zentralnervensystem (ZNS) mit der Großhirnrinde, das Atemzentrum, das Gefäßzentrum sowie Herz und Niere.

Kaffee nimmt einen positiven Einfluss auf die Sauerstoffversorgung des Gehirns, vertieft die Atmung und ruft zunächst durch die gefäßerweiternde Wirkung eine Blutdrucksenkung hervor. Durch die Beschleunigung der Herztätigkeit nach einer vorhergehenden Verlangsamung erfolgt allerdings dann eine Blutdrucksteigerung. Mit seiner krampflösenden Wirkung beeinflusst das Koffein sowohl die Herzkranzgefäße als auch die peripheren Gefäße. Der direkte Angriff des Herzens ergibt eine Erhöhung des Herz-Minuten-Volumens (=Pulszahl und Blutmenge pro Minute).

Die Wirkung auf die Nieren zieht eine Verstärkte Nierendurchblutung und damit verbunden eine verstärkte Harnausscheidung mit sich. Aus diesen objektivierbaren Einflüssen ergeben sich subjektive Empfindungen, wie gesteigerte geistige und körperliche Aktivität, sowie Leistungsfähigkeit.

Die Gesamtwirkung des Koffeins ist relativ kurzzeitig und es besteht aus medizinischer Sicht keine Gewöhnung oder Suchtentwicklung mit entsprechend notwendiger Dosissteigerung.

Kaffee ist dann ein unbedenkliches Genußmittel und „Lebenselixier“, wenn er unter Bedacht auf Alter und Gesundheitszustand des Menschen in Häufigkeit und Menge des Konsums dosiert wird.